Das Wesen der Liebe

Die nordafrikanische Schamanin Ilham Hanae Trojahn zeigt in diesem Beitrag, wie wichtig die Selbst-Annahme und damit die Verbundenheit mit unserem wahren Wesen ist. Nur so kommen wir zur ursprünglichen Quelle der Liebe und erhalten die Möglichkeit zur (Selbst-)Heilung.

Liebe ist eine unzweifelhafte Erfahrung von Fliessen, Erfüllt sein und Verbundenheit. Wer liebt, schöpft aus dem Reichtum seines Inneren und verschenkt seine Güte und Zuwendung. Wer liebt, handelt aus der Tiefe und Vollständigkeit seines Seins und lädt den anderen Menschen ein, zu ebensolcher Tiefe und Präsenz.

Liebe erschafft den Raum, in dem der andere sein Wesen entfalten und sein kann, der er ist.

Der erste Schritt einen anderen Menschen in dieser Tiefe annehmen zu können, ist, sich selbst auf diese Weise anzunehmen. Nur wer sich selbst liebt, kann Liebe geben. Die Fähigkeit zu lieben, haben wir nicht verloren, sondern nur die Verbundenheit mit unserem wahren Wesen. So, als wären wir uns selbst abhanden gekommen auf der Reise durch unser Leben.

Ankommen bei uns Selbst

Jede Suche hat – welchen Namen sie auch immer trägt – letztlich nur ein Ziel: anzukommen bei uns selbst. Dabei spielt die Erfahrung und Entfaltung des wahren Wesens, was Spirituelles Selbst genannt wird, eine zentrale Rolle. Denn wenn wir die Schichten aus Selbst-Ablehnung und Misstrauen entfernen, die unser wahres Wesen (unser Spirituelles Selbst) verdunkeln, befreien wir damit auch die Quelle unserer Lebendigkeit und unserer Liebesfähigkeit. Zu lieben, das ist es, was uns erfüllt, wenn wir mit unserem wahren Wesen verbunden sind.

Genau dieses habe ich 2004 erfahren im Hoffman Prozess, und ich erfahre es darin bis heute, wo jede/r Teilnehmer/in eine Woche sich Zeit für sich nimmt, um in diesem Bereich mit sich einzutauchen. Diese Praktik lädt ein, mit unserem Wesenskern wieder unmittelbar und dauerhaft in Verbindung zu treten und so den Weg einer schöpferischen und friedlichen Reise des Seins zu gehen, einen Weg, der zu Erfüllung und (Selbst-)Heilung beiträgt. Die Wirklichkeit unseres Spirituellen Selbst – das oft verdeckt ist durch zahllose Erfahrungen unserer menschlichen Not und Negativität – erahnen wir oftmals nur in kurzen Augenblicken.

In den Momenten der Freude, der Stille, in denen wir uns ganz, heil und verbunden fühlen. Oder in Zeiten des Verliebtseins, wenn wir uns und andere liebevoll annehmen können.

Die Liebe, die Eltern im Normalfall für ihre Kinder empfinden, ist bedingungslos. Dies ist notwendig, um das Überleben der Nachkommen zu sichern. Eine Seele, die hierher auf diese Welt inkarniert, trägt den göttlichen Funken der universellen, allumfassenden Liebe in sich. Sie weiss um die Beschaffenheit des Universums und hat eine bestimmte Absicht, die sie hier auf der Welt verwirklichen will.

Wir alle tragen diesen Himmel in uns

In unserer Welt macht die Seele auf ihrer Erdenreise auch viele Erfahrungen und trifft auf Energien, die ihrer Absicht entgegenstehen. Und sie wird mit menschlichen Gefühlen konfrontiert. So wird sie durch die Eltern, das Umfeld und die Gesellschaft immer wieder verletzt und verliert langsam die Verbindung zur All-Liebe, die fortan zwar weiter in ihr abgespeichert, aber dem normalen Bewusstsein nicht mehr zugänglich ist. Aufgrund der vielen Verletzungen entsteht das Gefühl des Allein- und getrennt Seins.

Um diesen Schmerz zu überwinden und nicht mehr spüren zu müssen, versucht unser Ego, durch Überlebens- und Ersatzstrategien wieder ein Gefühl der Verbundenheit herzustellen. Doch da scheitern wir.

Der einzige Weg zur Überwindung der Trennung ist die Wiederherstellung der Verbindung zu unserem wahren Wesen, unserem Spirituellen Selbst, das heil und unversehrt ist, und zur ursprünglichen Quelle der Liebe.